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Die Fremde surrt.

Hier ist die Stille ein Summen aus fremden Stimmen, ob ich wohl einsam wäre könnte ich kein Wort verstehen, ob ich wohl sehnsüchtig auf eine bekannte Phrase wartete, die ich aus der Luft greifen könnte, um sie in die Tasche zu stecken, ein kleines Stückchen Heimat, vielleicht wäre es das, vielleicht würde es mich wärmen, mir ein kurzes Lächeln entlocken an diesem summenden Ort, in dieser Fremde.

Schneller Stillstand.

Leben, pulsierende Tiefe, ein Biss in offene Wunden, das Blut stoppt seinen Fluss nicht, erst wenn es schweigt, am Ende, stillsteht, wie der Zeiger der großen Uhr, rennende Zeit, Massen, Tränen, ein Fortlauf flatternder Augen, die Tränen schmerzen, schreien nass die trockenen Wangen herunter, spröde Gedanken platzen durch tickende Köpfe, in denen ein Zug nach dem nächsten hält. Und durchfährt uns nicht alle das Chaos?

Nachtranken

Gedankenvoll rankt die Nacht über ihre spröden Lippen, ein Wispern. Die Dunkelheit wirbelt, Wurzeln nicht hier, der Anker rostet am anderen Ende der Welt. Taubstumm rankt die Nacht aus ihren lauten Ohren, ein Rauschen. Das Licht klettert langsam erahnbar, ein Hier im Dort, an diesem Ende der Welt.

Ewig Himmel.

Ich sehe dich ewig in tausend Bildern, doch keins kann schildern wie meine Seele dich erblickt. Und ein Getümmel verweht dich. Ich weiß nur, dass mir wir ein Traum unnennbar süßer Himmel im Gemüte steht. Von allen der Welt du.

12:40 Porta di Massa

Sechs Geräusche – es rattert auf dem Inselboot. Milchschäumerquirlend staubt das Wasser aus der Turbine. Der Motor dumpf, ein Poltern, träge, während quietschend Windrädchen rollen, schnell. Leise Stimmen, Geschichten vom Land, unbekannte Sprachmelodien. Alles ist näher, mit Augen geschlossen.

Nebelwege und Lichttunnel

Der nasse Asphalt glänzt noch dunkler, dort wo wir über ihn schlichen sind tiefe Spuren von nackten Füßen, die Sohlen schwarz, ein Spiegel der unersichtlichen Wege, dir wir beschreiten. Solange wir uns gemeinsam vorantasten durch diesen Nebel, halten wir unsere Hände sicher ineinander geborgen, die schmalen Finger verhakt in unsere Ängste und Sorgen. Am Ende von manchen Tunneln scheint Licht, wir suchen und gehen blind weiter geradeaus ohne abzubiegen, die Blinker setzen wir trotzdem, nur damit wir nicht gegen Wände laufen.

Sag, könntest du.

Und dann schweige ich laut, weil ich es nicht über mich bringe meine Stimme zu heben, wenn der Raum schon summt vom Zorn, der aus deinem Kopf zur Decke surrt, von dort zu Boden und dann füllend wie dichteste Schwaden kein Durchdringen zulässt. Warum bebst du bloß so, woher kommt dieses Zucken, das – manchmal – aus deinem Innersten in deine Fußspitzen schleicht und dann kurz tritt, in die Luft, gegen alles was du eigentlich treffen möchtest, was ist es, das an dir zerrt. Würden wir durch den Wald gehen, unvorstellbar, und doch, würden wir nebeneinander gehen, könntest du die Stille genießen, die kühle Luft, das ruhige Rascheln, den Geruch des Bodens, könntest du nur einen Moment innehalten.

Ein Prasseln

Tropfen aus Glas steigen auf. Ein Prasseln in zweitausenddreißig Oktaven, die laut ins Herz fahren. Und dazwischen? Pünktchen mit Anton, verschlungen im Regen. Sich Loslassende, ins Leben und die Kälte, denn Wunder verpuppen sich nur Stück für Stück. Wenn sie schlüpfen ist da ein Prasseln, das aufsteigt und fällt, auf Pünktchen mit Anton und alle zweitausenddreißig Oktaven.

überlaufen(d).

Jetzt stoppt es, kein Rinnsal mehr, kein Wasserfall, der mitnimmt egal was kommt, kein Halten, kein Strom mehr. Der Wasserhahn zugedreht, noch wartend, ob er tropft, die Wanne läuft längst über und wer zieht den Stöpsel, wohin sickern wir dann, welches Grundwasser…? Wenn der letzte Tropfen trocken ist können wir Sehnsucht einfüllen, stattdessen. Bis zum Rand – und baden im Weltschmerz, während wir herzschaumpustend kichern.